In 6 einfachen Schritten zu deiner Berufung

Was ist meine Berufung im Leben? Wie finde ich meine Berufung überhaupt? Mit einem Test vielleicht? Oder brauche ich ein Coaching?

Wenn dir diese Fragen öfter durch den Kopf gehen, dann bist du damit nicht allein. Denn immer mehr Menschen fragen sich, ob das, was sie momentan beruflich machen, wirklich das Richtige für sie ist. Oder ob sie in einem anderen Job nicht viel glücklicher wären. Um das herauszufinden, habe ich diese Anleitung entwickelt.

Der Wunsch, seine Berufung zu finden, mag zwar auf den ersten Blick ein Luxusproblem sein. Aber weißt du, was passiert, wenn du in einem Beruf arbeitest, der gar nicht dir, deinen Fähigkeiten, Wünschen und Potenzialen entspricht?

Du bist gelangweilt, unzufrieden und frustriert. Du fühlst dich fehl am Platz und es kommt dir so vor, als ob deine Arbeit gar keinen Sinn ergibt. Du fragst dich, wie lange du diesen Job wohl noch machen musst, und hast keine Lust mehr, dich morgens auf den Weg zur Arbeit zu machen.

 

Seine Berufung finden zu wollen ist kein Luxusproblem

Nicht umsonst sind Themen wie Burn-out und auch Bore-out brandaktuell. Denn wenn du einen Großteil deiner Lebenszeit mit einer Tätigkeit verbringst, die dir keine Freude (mehr) bereitet, dich nicht herausfordert und erfüllt, dann wirkt sich das nicht nur auf deine Stimmung, sondern mit der Zeit auf dein Leben insgesamt aus.

So weit muss es aber nicht kommen: Wenn du deine wahre Berufung findest, also einen Beruf, in dem du dein Wesen, deine Vorstellungen und Talente ausleben kannst, fühlst du dich richtig gut und angekommen. Du hast Spaß an deiner Arbeit und dein gesamtes Leben fühlt sich endlich rund an.

Du merkst schon: Beim Thema „Meine Berufung finden” geht es weniger darum, groß Karriere zu machen oder viel Geld zu verdienen. Sondern es geht um dich und darum, dass deine Tätigkeit dich als Person mit all ihren Facetten widerspiegelt.

Wenn du nun Lust hast, deiner wahren Berufung auf die Spur zu kommen, lies weiter. Ich habe auf Basis meiner Coaching-Arbeit eine Anleitung für dich zusammengestellt, die dir hilft, einen Job zu finden, der dich glücklich macht.

Finde deine Berufung - Schritt für Schritt Anleitung

© Neringa Šidlauskaitè on Unsplash

Wie du Schritt für Schritt deine Berufung finden kannst

Du kannst es bestimmt dir denken: Etwas so Fundamentales wie die wahre Berufung zu finden ist nichts, was du mal so nebenbei machst. Nimm dir für die einzelnen Schritte ausreichend Zeit.

Am besten ist es, wenn du dir ein schönes Notizbuch oder Journal besorgst, in dem du alles sammeln kannst, was mit der Suche nach deinem Traumjob zu tun hat. Dort schreibst du auch alle Antworten, Gedanken etc. zu den unten erklärten Punkten auf.

Wenn du mit einem Punkt fertig bist, lies dir danach deine Notizen noch einmal in Ruhe durch und markiere die Begriffe oder Aussagen, die dich besonders berühren ‒ ganz aus dem Bauch heraus, ohne lange nachzudenken. Denn mein wichtigster Tipp zum Finden deiner Berufung ist:

Höre auf dein Gefühl!

Mir ist wichtig, dir diese Botschaft mitzugeben, bevor du dich an die einzelnen Schritte auf dem Weg zu deiner Berufung machst.

Leider ist es in unserer Gesellschaft so, dass wir uns bei Entscheidungen ‒ und dazu zählt auch die Berufswahl ‒ allzu oft von dem leiten lassen, was vernünftig und realistisch erscheint. Nicht selten wirken auch Familienmitglieder oder Freunde auf uns ein und nicht zuletzt auch die Medien.

Von allen Seiten bekommen wir also gut gemeinte Ratschläge dazu, was angeblich das Beste für uns ist. Und verlernen dabei, auf uns selbst zu hören und herauszufinden, was wir selbst wirklich wollen.

Darum setzt die Methode des von mir angewendeten Karriere-Navigators nicht beim Verstand, sondern beim Gefühl an. Durch die Arbeit mit meinen Coaching- und Workshop-TeilnehmerInnen weiß ich: Unsere Intuition, unsere innere Stimme kann uns viel besser zu unserer wahren Berufung führen.

Darum spüre bei den folgenden Schritten in dich hinein und versuche, deinen Verstand und die Vorstellungen und Erwartungen anderer Menschen so gut es geht außen vor zu lassen. Sie versperren dir nur die Sicht auf dein innerstes Selbst.

1. Wirf einen Blick auf deinen bisherigen Weg

Schaue auf deine bisherigen beruflichen Stationen und Meilensteine zurück. Nicht nur auf Festanstellungen, sondern auch auf Praktika, Ferien- und Aushilfsjobs oder Fortbildungen. Frage dich:

  • Womit verbindest du positive Erinnerungen?
  • Was hat dir besonders viel Spaß gemacht?

Denke dann in einem zweiten Schritt darüber nach, was genau bzw. warum dir diese Dinge Freude bereitet haben. Vielleicht war es gar nicht die Tätigkeit als solches, sondern die Menschen, die Atmosphäre oder die Arbeitsbedingungen?

Wenn es dir schwerfällt, etwas zu finden, kannst du dich auch fragen, was andere Menschen wie ChefInnen oder KollegInnen an dir schätz(t)en.

 

2. Versetze dich zurück in deine Kindheit

Wenn du an deine Kindheit zurückdenkst, erinnerst du dich bestimmt noch, welche Berufswünsche du damals hattest, oder?

Schreibe auch auf, womit du dich besonders gern beschäftigt hast, wo und womit du am liebsten gespielt hast usw.

Vielleicht kommen dir auch noch deine Träume und Wünsche von damals in den Sinn. Welche haben sich erfüllt und welche schlummern womöglich immer noch in dir?

Finde deine Berufung - Schritt für Schritt Anleitung

© Max Goncharov on Unsplash

 3. Finde heraus, wofür du gern aufstehst

Vielleicht fällt dir das Aufstehen nicht so leicht. Aber du hast bestimmt auch schon gemerkt, dass es an manchen Tagen einfacher ist ‒ und das muss nichts mit deinem Schlaf zu tun haben.

Es gibt Tage, auf die freuen wir uns und brauchen keinen Wecker, der uns lauthals aus den Federn holt.

  • An welchen Tagen geht es dir so?
  • Was treibt dich dann aus dem Bett?
  • Wofür lohnt es sich, aufzustehen?

Es geht bei diesem Schritt darum, herauszufinden, was dich antreibt. Du kannst darum auch darüber nachdenken, in welchen Momenten du dich am lebendigsten fühlst. Oder frage dich: Was würde ich machen, wenn ich genug Geld hätte und nicht mehr arbeiten müsste?

Du kannst dir auch eine Bucket List erstellen, also eine Liste mit Dingen, die du in deinem Leben unbedingt noch machen bzw. erleben möchtest. Oder du beschreibst deinen idealen Tag in allen Einzelheiten. Auch darin findest du Anhaltspunkte für deine Berufung.

4. Erkenne deine Stärken und Talente

Vielleicht ist es dir schon aufgefallen: Mein Ansatz konzentriert sich auf das Positive, bei diesem Schritt auf deine Stärken. Deine vermeintlichen Schwächen kannst du also ruhig mal außer Acht lassen.

Konzentrieren wir uns also auf die Fähigkeiten und Eigenschaften, die dich im positiven Sinne ausmachen:

  • Was machst du besonders gern?
  • Was fällt dir leicht, vielleicht sogar viel leichter als anderen Menschen?
  • Bei welchen Dingen fragen dich andere Menschen gern um Rat oder bitten dich um deine Unterstützung?
  • Wofür loben dich andere besonders oft?

Auch hier kannst du dir von FreundInnen, Familie oder KollegInnen Feedback holen, falls du dir selbst nicht so sicher bist, was du wirklich gut und gern machst.

5. Lebe deine Leidenschaften

Lass uns noch einen Schritt weitergehen und beleuchten, wofür du wirklich brennst.

Das kann auch ein leidenschaftlich betriebenes Hobby sein oder eine Passion, die du vielleicht noch geheim hältst, weil du denkst, dass du sie niemals zum Beruf machen könntest.

Glaube mir, heutzutage ist sehr viel möglich. Darum notiere ohne Bedenken alles, was dir dazu einfällt. Wenn du gut bist in dem, was du tust, und es einen Mehrwert für andere bietet, womöglich sogar ein Problem löst, stehen die Chancen nicht schlecht, damit auch Geld verdienen zu können.

Wie bereits erwähnt: Es muss nicht zwingend so sein, dass du deinen Beruf wechseln „musst”, um Erfüllung zu finden. Schließlich ist das auch mit Risiken verbunden, die manche nicht eingehen möchten.

Kein Problem: Du kannst deine Berufung auch in deiner Freizeit oder als Nebenjob ausleben ‒ die Hauptsache ist, sie macht dich glücklich und gibt dir ein wirklich positives Gefühl.

 

6. Führe im Geiste ein anderes Leben

Wo wir schon bei „Alles ist möglich” waren ‒ nun ist deine Fantasie noch mehr gefragt. Bitte schreibe deine Antworten diesmal sehr schnell auf und denk nicht länger als zwei, drei Minuten nach.

Stell dir vor, du könntest neben deinem Leben noch ein anderes Leben leben. Denk daran, es gibt keine Grenzen: 

  • Wie würde dieses Leben aussehen?
  • Vielleicht würdest du gern das Leben einer bekannten Persönlichkeit ausprobieren?
  • In wessen Schuhe möchtest du gern einmal schlüpfen?

Hast du dir das andere Leben notiert? Dann kannst du dir jetzt noch überlegen, was genau dich daran besonders reizt und auch das aufschreiben.

 

Finde deine Berufung - Schritt für Schritt Anleitung

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Analysiere deine Gedankensammlung und forsche nach deiner Berufung

Wenn du bis hierhin gekommen bist, haben sich bestimmt schon viele interessante Ideen und Gedanken in deinem Notizbuch angesammelt, oder?

Dann machen wir uns nun an die Auswertung des Ganzen. Zugegeben: Das ist ein bisschen komplex. Mir als Berufungscoach fällt es natürlich leichter, so eine große Menge an Informationen zu analysieren, weil ich genau weiß, worauf ich achten muss.

Dennoch kannst auch du eindeutige Hinweise auf deine Berufung finden. Und so geht es:

 

Schritt 1:

Du hast schon die Begriffe und Aussagen markiert, die dich besonders berühren. Trage sie zusammen und notiere sie nochmal auf einer neuen Seite.

Schritt 2:

Gehe nun nochmal deine Notizen durch und schaue nach, ob sich Dinge wiederholen, ob du Gemeinsamkeiten findest oder gar einen roten Faden, der sich durch dein ganzes Journal zieht.

Ergänze diese Entdeckungen. So bekommst du eine gute Übersicht über deine Fähigkeiten, Stärken, Leidenschaften, Wünsche und Träume.

Schritt 3:

Anhand dieser Übersicht kannst du nun überlegen, welche Berufe es gibt, in denen du zumindest einen größeren Teil dieser Dinge leben kannst. Oder vielleicht entdeckst du auch ein neues Hobby, ein Ehrenamt oder etwas, worin du dich fortbilden möchtest?

Schritt 4:

Ob du auf der richtigen Spur bist, erkennst du ‒ du ahnst es ‒ wieder über dein Gefühl. Hier einige Orientierungspunkte

  • Welcher Beruf verursacht bei dir ein wohliges Kribbeln?
  • Bei welcher Idee spürst du eine positive Aufgeregtheit, eine Vorfreude?
  • Worüber willst du sofort mehr erfahren?
  • Welchen Weg möchtest du unbedingt gehen, auch wenn sich vielleicht Hindernisse auftun?
  • Welches Ziel erscheint dir besonders reizvoll?

All das sind Anzeichen, dass du deiner Berufung näher kommst. Und das wünsche ich dir von Herzen, denn du hast ein Recht auf ein erfülltes, sinnvolles und glückliches (Berufs-)Leben!

 

Wünschst du dir eine Abkürzung?

Ich gebe zu, wenn du dieser Anleitung folgst, bist du schon eine Weile beschäftigt. Wie ich schon gesagt habe: Es ist nichts, was du mal so nebenher machen kannst, sondern es braucht Zeit und Fokus. Es geht schließlich auch um etwas Bedeutendes, das in deinem Leben einen großen Stellenwert hat.

Wenn du dich also fragst: „Geht das nicht einfacher? Kann ich nicht einfach mit einem Test meine Berufung finden?”, dann lautet die Antwort leider: „Nein.“

Aber: Wenn du dir wünschst, schneller herauszufinden, was dein Traumjob ist, und dir dabei auch noch eine professionelle Begleitung oder gar den Austausch mit anderen wünschst, die in der gleichen Situation sind wie du, dann informiere dich gern über meine Angebote. 

Du kannst sowohl zum Intensivcoaching kommen als auch einen Workshop von mir besuchen. In nur einem Tag hast du mehr Klarheit und gehst mit einem konkreten Ergebnis ‒ drei neuen Berufsbildern ‒ nach Hause. Oder du buchst dir eine Coaching-Session mit mir (auch online möglich), in der ich dir helfe, deine Notizen auszuwerten.

 

Du siehst: Viele Wege führen zu deiner Berufung. Entscheide dich für einen und gehe die einzelnen Schritte ‒ du wirst es nicht bereuen.

 

Viel Erfolg beim Finden deiner wahren Berufung wünscht dir

Deine Doris